3 Jahre „Männer gestalten die Lebensmitte“: Ein persönlicher Rückblick – und die Frage, wie es weitergeht

Jubiläum: 3 Jahre Podcast "Männer gestalten die Lebensmitte"

Drei Jahre oder 36 Episoden habe ich mir zum Start meines Podcasts und Blogs gegeben. Dann wollte ich für mich ein Zwischenfazit ziehen und mich entscheiden, mache ich weiter oder nicht. Diese Zwischenbilanz habe ich nun gezogen, was dabei herausgekommen ist und wie es hinter den Kulissen meines Podcasts und Blogs „Männer gestalten die Lebensmitte“ aussieht, das erfährst Du in diesem Jubiläumsbeitrag.

Willkommen zu einem neuen Beitrag von „Männer gestalten die Lebensmitte“. Und ich begrüße diesmal keinen Gast, sondern ganz allein Dich, lieber Leser, liebe Leserin. Nach drei Jahren Podcasting und Blogging wollte ich mich hinsetzen und überlegen, ob das Ganze für mich, aber auch für Dich Sinn macht und ob ich den Podcast und Blog fortführe. Und bei dieser Gelegenheit möchte ich Dir gleich mal einen Einblick hinter die Kulissen geben und Fragen beantworten, die ich immer wieder gestellt bekomme. Das ist vielleicht für Dich auch interessant. Und eine der häufigsten Fragen, die mir immer wieder gestellt werden, entweder von Hörern, aber auch Gästen und Freunden: Wie kam es zum Start des Podcasts? Was war Deine Motivation, ihn anzufangen?

Ursprung des Podcasts

Da gehe ich nochmal ganz weit zurück in die Geschichte, wo alles angefangen hat. Das war in der Corona-Zeit. Meine Familie und ich haben damals viele Podcasts gehört, unter anderem True-Crime-Podcasts wie „Zeit Verbrechen“. Fanden wir eine ganz wunderbare Sache. Und zu dieser Zeit hat meine Tochter mal zu mir gesagt: „Papa, Du bist so hobbylos.“

Da habe ich überlegt und festgestellt: So ein bisschen recht hat sie. Ich mache zwar Sport, das aber auch eher aus gesundheitlichen Gründen und weniger, weil ich so ein Fitnessfreak bin. Und ansonsten bin ich noch in einer Männergruppe aktiv, aber das war es so ziemlich. Da habe ich mir gedacht, vielleicht wäre ja Podcasting was. Und ich habe gesucht: Gibt es Podcasts für Männer in der Lebensmitte? Und ich fand: nichts. Es gab viele Frauen-Podcasts zu diesem Thema, aber nichts für Männer. Heute ist es, Gott sei Dank, anders und ich freue mich über meine Mitstreiter in dieser Nische. Und so war das Hobby gefunden.

Es gab natürlich auch noch ein paar andere Beweggründe, diesen Podcast zu gründen, innere Beweggründe. Einer war eine sehr hässliche Scheidung im engen Umfeld von mir, wo der Mann mit der 20 Jahre jüngeren Assistentin durchgebrannt ist, also Midlife Crisis als Klassiker. Seine Frau und Kinder hat er wirklich mies behandelt und sie auch tief verletzt. Und ich habe mich gefragt: Muss das so sein, dass ein Mann seine Krise in der Lebensmitte so unreflektiert auslebt? Geht das nicht besser? Mit weniger Schäden?

Beweggründe für den Podcast

Der zweite wichtige Grund war der Prozess, dass meine Eltern und Schwiegereltern alt und pflegebedürftig wurden und schließlich starben. Das macht was in einem, das hat auch was in mir gemacht. Meine Schwiegermutter war die letzte, die verstorben ist, im Jahr 2020, da war ich 50. Und dann zeigt es einem auch auf: Du bist die nächste Generation, Du bist schon der nächste, der dran sein kann. Und dann rechnet man von hinten, vielleicht kennst Du das auch. Wie viele Jahre bleiben mir noch? Sind es 35, sind es 20 oder auch nur 10? Und diese Jahre will ich natürlich gut nutzen.

Ein weiterer Grund war ein Job, auf den ich hingearbeitet hatte und zwar einige Jahre. Den hätte ich auch schließlich bekommen, aber nicht zu den Konditionen, die ich mir vorgestellt habe. Und dann habe ich am Ende abgesagt und bin in ein Loch gefallen. Da musste ich mich erst Stück für Stück wieder rausarbeiten. Oft fragen mich Leute auch: „Wie kommst Du eigentlich zu Deinen Themen oder Gästen?“

Themenfindung und Gäste

Da gibt es verschiedene Möglichkeiten. Ganz oft ist es so, dass ich selber die Idee für ein Thema habe und auf die Suche nach einem Gast gehe. Das kann manchmal ganz schön lange dauern, wenn ich mir ein bestimmtes Thema vorgenommen habe. Zweite Möglichkeit: Ich bekomme Themen von Hörern oder Hörerinnen vorgeschlagen. Oder: Ein Gast schlägt sich und sein Thema selber vor. Auch das kann vorkommen und ich freue mich darüber.

Wie lange brauchst Du, um eine Episode zu produzieren? Auch eine ganz typische Frage, die mir gestellt wird und ich kann immer nur sagen: Das hängt davon ab und ist sehr unterschiedlich. Das können wenige Stunden sein, wenn ich mir nur einen Fragenkatalog erarbeiten muss, bis hin zu vielen Stunden, wenn ich zum Beispiel vorab ein Buch meines Gastes lesen will, um mich entsprechend vorzubereiten. Das kommt auch öfters mal vor und dann sind das schon wirklich viele Stunden. Und dann hängt natürlich an so einer Episode noch eine Menge dran. Ich mache zunächst die Aufnahme. Du weißt, ich habe zu 90 Prozent einen Interview-Podcast. Manchmal rezensiere ich auch ein Buch in einer Soloepisode. Die Interviews mache ich meist über einen Videocall. Wenn es sich anbietet, zum Beispiel im Raum München, wo ich lebe, dann treffe ich meine Gäste auch in Präsenz und sitze ihnen im Gespräch gegenüber, was mir auch total Spaß macht. Dann wird die Folge geschnitten. Das liebe ich. Es kostet zwar Zeit, aber ich lasse dann das Gespräch nochmal Revue passieren und habe meine Freude daran. Es folgen ein paar aufwendige Sachen wie Nachproduktion, das heißt, ich sorge dafür, dass der Gast und ich audiotechnisch gut klingen. Texte müssen erstellt werden wie die Shownotes für den Podcast Player, Social-Media-Posts und der Beitrag für die Website.

Das alles ist auch der Grund dafür, warum ich einmal im Monat mit einer neuen Episode herauskomme und nicht öfter. Ich mache das als Hobby, wenn ich jetzt von mir ausgehe, oder als Ehrenamt, wenn ich an Dich als Hörer/Leser oder Hörerin/Leserin denke. Und das will alles auf einem guten Niveau sein und deswegen: Lieber einmal im Monat und nicht jede Woche, aber dafür in einer guten Qualität.

Was motiviert Dich weiterzumachen? Auch das kriege ich sehr oft als Frage gestellt und beantworte ich sehr gerne. Ich finde nämlich die Lebensmitte so unfassbar facettenreich und eine total spannende Zeit, die ich genieße und die in meinen Augen auch sehr viele Chancen bietet, sich weiterzuentwickeln – und zwar positiv. Und eine Motivation ist sicher auch, dass ich auf alle Fälle eins nicht werden will: und zwar ein grumpy old man oder, wie man zu Deutsch sagt, ein alter miespetriger Mann. Ich will ein dankbarer, liebevoller, positiver alter Mann werden und dafür wird die Basis in der Lebensmitte gelegt. Das ist klar.

Ich bin davon überzeugt: Wer in der Lebensmitte seine Themen nicht bearbeitet, wie zum Beispiel Verletzungen aus der Kindheit, eigene Unzulänglichkeiten, auch zu akzeptieren, dass man Grenzen hat und an Kraft abnimmt, der hat eine hohe Chance, ein unzufriedener, verbitterter Mann zu werden. Und das will ich auf gar keinen Fall. Das geht, denke ich, auch schneller, als man denkt. Daran will ich arbeiten. Und ein bekannter Podcast-Coach hat mal gesagt: „Podcasting ist Persönlichkeitsentwicklung auf beiden Seiten des Mikrofons.“ Also für den Podcaster und für den Hörer. Ich nehme so viel mit von meinen Gästen, und das bereichert mich. Das kann ich auch ganz egoistisch sagen. Ich lerne wirklich eine Menge dazu und freue mich darüber, mich auch durch diese Gespräche weiterzuentwickeln.

Und dann motiviert mich natürlich ganz stark Deine Rückmeldung als Hörer/Leser oder Hörerin/Leserin. Ich bekomme immer wieder Fragen, ein bestärkendes Feedback, manchmal auch kombiniert mit einem Themenwunsch. Darüber freue ich mich sehr. Der ein oder andere schüttet auch mal sein Herz bei mir aus in einer E-Mail, was mich dann sehr berührt. Und das darf auch gerne mehr werden. Ich freue mich über jede Reaktion, gerne per Mail an joachim@maennerlebensmitte.de. Diese E-Mail-Adresse findest Du übrigens auch immer in den Shownotes, und ich antworte auch auf jede Mail.

Podcast-Cover "Männer gestalten die Lebensmitte"
Coverbild des Podcasts: Ein Mann ist kurz davor, ins Leben zu springen (Gestaltung: Leonard Zdzieblo)
Analytics und Hörerschaft

Vielleicht schauen wir mal hinter die Kulissen und zwar in die Analytics meines Podcasts. Wo kommen eigentlich die Hörer her, geografisch gesehen? Auf Platz 1, oh Wunder, landen natürlich die Hörer*innen aus Deutschland, das sind gut drei Viertel. Auf Platz 2 die Schweiz, auch das wundert mich jetzt nicht so stark, weil ich tatsächlich schon einige Gäste aus der Schweiz in der Show hatte und die ziehen natürlich dann ein Schweizer Publikum an. Und Platz 3 geht an die USA noch vor Österreich auf Platz 4.

Was man aus den Analytics auch gut herauslesen kann, sind die besonders gern gehörten Episodentypen. Das sind vor allem die Ratgeberthemen mit Experten/Expertinnen. Gerne gehört werden auch die Buchrezensionen und dahinter kommen die persönlichen Lebensgeschichten von Männern, die eine besondere Phase in der Lebensmitte hatten. Und diese Geschichten liebe ich persönlich sehr. Sie zeigen, dass man mit einem Thema nicht alleine ist. Meistens sind es ja schwierige Phasen in einer Lebensmitte, und die betroffenen Männer sind aus dieser Phase wieder herausgekommen. Und wie sie das gemacht haben, das finde ich immer sehr spannend zu hören und auch sehr motivierend. Ich erinnere mich zum Beispiel gerne an eine meiner ersten Episoden mit Everhard Uphoff, der von seinem Arbeitgeber gefeuert wurde, und wie er sich aus dieser Krise herausgearbeitet hat. Dann auch so jemanden wie Sören Bauer aus der Episode 9, der von seiner Frau verlassen wurde und sein Leben nochmal stark umgekrempelt hat. Oder Andi Dasser aus der Episode 26, den die Magersucht seiner Tochter schwer zu schaffen machte und wo die ganze Familie einen Weg gefunden hat, diese Krise zu überwinden. Das sind ganz tolle Geschichten, die mich motivieren, dass man auch aus einer ganz schwierigen Lage gut wieder herauskommen kann.

Wenn man in die Analytics schaut, kann man auch das Geschlecht der Hörer*innen sehen. Ist mein Podcast nur für Männer da? Die Antwort ist natürlich: nein! Ja, ich habe natürlich als Mann vor allem die Männer im Blick. Wäre ja auch komisch, wenn ich als Mann einen Podcast über die Lebensmitte von Frauen machen würde. Aber rund ein Drittel meiner Hörer sind Frauen und darüber freue ich mich. Ich denke mir, dass Frauen den Podcast wahrscheinlich hören, um ihren Partner besser verstehen zu können. Liege ich da richtig? Wenn Du eine Frau bist und sagst dazu „ja“, dann lass mich das wissen. Und wenn Du das anders siehst, dann spiegle mir das auch gerne zurück. Das interessiert mich. Und ich habe ja immer wieder auch Frauen als Expertinnen zu Gast bei mir. Das finde ich auch schön, denn Frauen haben uns Männern eine Menge zu sagen und eine große Expertise.

Ausblick und Zukunft des Podcasts/Blogs

Die Frage ist natürlich: Wie geht es weiter? Geht es überhaupt weiter? Und wenn ja, wie? Ja, es geht auf jeden Fall weiter. Ich glaube, das hast Du jetzt schon herausgelesen: Dazu macht mir das Thema und auch die Medien Podcast und Blog viel zu viel Spaß. Das muss ich einfach weitermachen. Ich werde aber sehr wahrscheinlich beim Audio-Podcast bleiben. Video-Podcast ist ja momentan total in und entwickelt sich auch weiter, aber das ist mir, ehrlich gesagt, noch zu aufwendig. Und ich persönlich liebe Podcasts deswegen, weil ich sie nebenbei hören kann. Wenn ich nicht ins Handy gucken kann oder will. Vielleicht geht es Dir auch so. Also beim Sport, beim Gassigehen, beim Autofahren, in den Öffis, auf dem Weg zur Arbeit oder in der Badewanne. Das sind überall wunderbare Gelegenheiten, einfach mal nicht in sein Handy zu gucken, sondern einfach nur zu hören.

Und was ich total faszinierend finde, ist, dass der Gehörsinn der Sinn ist, der sich als Letzter verabschiedet, wenn ein Mensch stirbt. Wahnsinn, oder? Aber vielleicht ist das nur für mich als Podcaster und Humanbiologe Wahnsinn. Vielleicht ist das für Dich ein Stück weit zu nerdig. Aber ich finde diese Vorstellung, dass das Ohr das Letzte ist, das etwas mitbekommt, spannend.

Dank und Abschluss

Jetzt sind wir schon ans Ende dieses kurzen Beitrags gekommen und was mir bleibt, ist einfach nur Danke zu sagen. Wenn Du Gast bei mir warst und Dein Expertenwissen oder Deine persönliche Geschichte mit uns geteilt hast: Danke!

Und Dir natürlich auch als Hörer/Leser oder Hörerin/Leserin, wenn Du den Podcast bzw. den Blog schon länger hörst/liest, dann: Vielen, vielen Dank für Deine Treue! Wenn Du erst vor kurzem dazu gestoßen bist: Herzlich willkommen! Ich freue mich, wenn Du dabeibleibst. Und Du weißt es, ich sage es auch immer zum Schluss, vielleicht schaltest Du dann schon ab beim Abspann. Es gilt immer mein Angebot: Schlag mir gerne Themen, Gäste oder Bücher zur Lebensmitte vor. Du kannst so diesen Podcast mitgestalten. Und vielleicht schreibst Du mir mal, was Dich gerade in Deiner Lebensmitte beschäftigt. Das würde mich sehr interessieren. Und vielleicht ergibt sich daraus wieder eine neue Episode und ein neuer Beitrag.

Wenn Du willst, dass dieser Podcast und Blog noch in drei Jahren existiert, dann freue ich mich über Deine Unterstützung. Das kannst Du ganz einfach machen, indem Du zum Beispiel eine Episode/einen Beitrag teilst, die/der Dich sehr beschäftigt hat oder die/den Du gut fandst. Oder indem Du eine Rezension auf Deiner Podcast-Plattform schreibst oder den Podcast/Blog einem Mann empfiehlst, der gerade mit seinem Leben hadert und mit einem der Themen, die wir auch immer wieder besprechen.

Wenn Du diesen Beitrag gelesen oder die Jubiläumsepisode gehört hast, dann weiß ich: Du willst Deine Lebensmitte gestalten. Deswegen liest Du diesen Blog oder hörst diesen Podcast. Und genau dafür mache ich beide. Ich freue mich, dass Du dabei bist. Ich freue mich, wenn Du dranbleibst. Ich sende Dir liebe Grüße und sage: Tschüss, Servus und Baba. Bis zum nächsten Mal, Dein Joachim.

Titelbild: Podcast-Host Joachim Zdzieblo (Foto: Leonard Zdzieblo)

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