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Jobverlust in der Lebensmitte – wie geht es weiter?

Everhard Uphoff wurde in der Lebensmitte gekündigt. Zum Glück, wie er später in seinem Mutmachbuch für den Neustart schreibt. Er verrät, wie er danach seinen Traumjob fand und gibt Tipps, wie Männer sich verhalten können, wenn die Kündigung droht.

Du warst viele Jahre Marketing- und Vertriebsleiter in einem mittelständischen Unternehmen und das auch sehr erfolgreich. Und trotzdem wurde dir gekündigt. Wie lief das Kündigungsgespräch ab?

Es war im Herbst 2015. Dienstags um 14 Uhr, das weiß ich heute noch, hatte ich immer mein Wochengespräch mit meinem Chef. Diesmal war das ein bisschen anders, weil nämlich nicht nur der eine Geschäftsführer dasaß und ich, sondern die beiden Geschäftsführer. Und es war ziemlich frostig. Mir wurde mitgeteilt: „Wir trennen uns von dir.“ Und das war alles. Man stellt sich das so wie im Film vor und so war es auch. Ich war dann erstmal ziemlich geschockt und konnte nichts mehr sagen. Mein Körper hat dann das Regiment übernommen.

Das waren die einzigen Worte, die kamen? „Wir trennen uns von dir.“

Genau. Funkstille. Ich muss dazu sagen, mein Chef war grundsätzlich ein Schweiger, der nicht viel gesprochen hat. In den Wochengesprächen habe ich immer geredet und erzählt, was so ansteht und passiert.

Ja, das waren die einzigen Worte. Dann war Stille und dann wurde es nochmal wiederholt, weil ich erstmal auch nicht darauf reagiert habe.

Ja, weil das einfach nicht erwartbar ist. Aber einer Kündigung geht ja eine Entwicklung voraus. Die kommt doch nicht aus heiterem Himmel. Du schreibst aber in deinem Mutmach-Buch, dass du nicht vorbereitet warst. Hast du Warnsignale übersehen, überhört?

Das ist eine sehr spannende Frage. Ja, es gab in meinem Fall wirklich eine Vorgeschichte. Die hat sich über ein Jahr aufgebaut. Es gab im Unternehmen Spannungen, Machtkonflikte, mangelnde Kommunikation, Befindlichkeiten. Und trotzdem, wenn man in die Situation kommt und es zu so einer Trennung kommt, kann man sich, glaube ich, nicht richtig darauf vorbereiten.

Ich habe sicherlich ein paar Hinweise bekommen. Aber erst im Nachhinein erkennt man, wie das Gesamtbild ist, und kann das Puzzle richtig zusammensetzen.

Wenn man sich dann selber reflektiert, muss man sich auch fragen: Was ist mein Anteil daran? Provoziert man das vielleicht sogar, dass nicht ich kündige, sondern der andere?

Es folgten Monate des Kämpfens, der Aufs und Abs. An welchem Punkt hast Du gesagt: Es ist gut, ich akzeptiere, dass ich den Job verloren habe?

Die Art, wie die Trennung vollzogen wurde, hat mich richtig wütend gemacht, weil sie sehr unfair war. Es wurde gelogen. Der Ablauf war mies, mit Anwälten und einem Aufhebungsvertrag, der in den Briefkasten geworfen wurde. Die Kommunikation wurde abgehackt, so dass ich keinen Zugriff mehr auf die Kollegen und mein E-Mail-Postfach hatte.

Das sind natürliche Vorgehensweisen. Trotzdem macht das was mit dem Menschen, der direkt betroffen ist. Und diese Emotionen kann man nicht einfach so steuern, die durchfluten deinen Körper wie eine Welle.

Es hat Monate gedauert, bis ich in die emotionale Akzeptanz gekommen bin. Es gab eine konkrete Situation, nach der ich dann entschieden habe: So geht das jetzt nicht weiter.

Ich hatte in meiner Zeit als Vertriebsleiter eine Messe organisiert, die alle drei Jahre stattfand. Die fand dann wieder statt, und es wurde alles genauso gemacht, wie ich das damals konzipiert hatte. Auf Social Media habe ich Bilder gesehen, auf denen alles genauso ist wie früher. Nur ich fehle auf den Bildern. Und dann trat ein ganz wichtiger Punkt im Ablöseprozess ein: Ich habe akzeptiert, dass es keine Wiedergutmachung gibt.

Wiedergutmachung im Sinne von fairem Ausgleich oder im Sinne von Rache?

Ich glaube, das ist bei jedem anders, der eine berufliche oder private Trennungssituation durchlebt. Bei mir war das Entscheidende die ungerechte Behandlung.

Vier Jahre später habe ich meinen alten Chef tatsächlich wieder getroffen. Ich hatte das innerlich schon losgelassen und war auch nicht mehr in der Wut. Ich war zwar noch traurig über das, was geschehen ist, aber es war okay. Es gab dann eine Aussöhnung zu einem Zeitpunkt, wo ich sie gar nicht mehr erwartet hatte. Diese Aussöhnung war so wirkungsvoll, dass ich von dem Zeitpunkt an nicht mehr über diese Firma nachgedacht habe.

Wir sind zum Mittagessen gegangen und haben gesprochen, als wenn nie etwas gewesen wäre. Wir konnten offen sprechen, und er hat sich auch bei mir entschuldigt. Da wusste ich: Jetzt kann ich das ruhen lassen. Dieses Glück einer Aussprache hat nicht jeder.

Vier Jahre ist eine lange Zeit. Du hast ja vorher schon innerlich auf die Wiedergutmachung verzichtet. Wie lange hat das gedauert, von dem Tag der Kündigung an? Was muss man da rechnen? Ein halbes Jahr, ein Jahr?

Ich glaube, das hängt ganz davon ab, wie man diese Situation erlebt. Bei mir war es eine Kränkung.

Für mich war es schlimm, weil es mein Baby war, diesen Unternehmensbereich aufzubauen. Für mich war das gefühlt wie Familie, mit der ich mich identifiziert habe. Da herausgerissen zu werden, tat weh, und die Art und Weise, wie das gemacht wurde, tat noch mehr weh. Bei mir hat das bestimmt eineinhalb Jahre gedauert.

Wer in eine solche Situation kommt, dem rate ich, sich zu fragen: Was ist genau passiert und wie sehr tut’s mir weh auf einer Skala von eins bis zehn? Man sollte sich dann die Zeit nehmen und ehrlich mit sich sein, wirklich in eine tiefe Selbstreflexion gehen. Das ist wichtig, damit man nachher gestärkt aus der Situation hervorgehen kann.

Das klingt sehr ähnlich einem großen Veränderungsprozess, zum Beispiel, wenn ein geliebter Mensch stirbt, also dem Trauerprozess. Wie hast Du die unterschiedlichen Phasen erlebt?

Ich habe beide Situationen schon erlebt. Mein Vater starb vor zwei Jahren. Diesen Trennungsprozess habe ich anders erlebt als meinen beruflichen.

Bei dem beruflichen Trennungsprozess war die Wut unermesslich. Das war ein Vulkanausbruch an Emotionen, den ich nicht mehr steuern konnte. Ich habe mich wie ein verwundetes Tier gefühlt, das sich zurückzieht. In so einem Moment ist man emotional total neben der Spur. Dann ist es gut, sich Unterstützung zu holen. Einen Anwalt, der einen klaren Kopf hat und einen steuern und begleiten kann. Und die Familie natürlich.

Es kam dann eine lange Phase der Achterbahn der Gefühle. Ich habe ganz viel Sport gemacht, um die Emotionen zu kanalisieren, zu lindern, zu transformieren. Da lag eine große Kraft drinnen.

Du hast also deine Emotionen genutzt, um deinen Körper was Gutes zu tun. Du hast dadurch die Emotionen nicht woanders rausgelassen. Du hast ja auch Familie. Da kannst du ja nicht wie die Axt im Wald deinen Emotionen freien Lauf lassen. Dann war das eine gute Kompensation.

Eine ganz wichtige Kompensation, weil die nahestehenden Personen es am meisten abbekommen. Es ist dann gut, wenn man der Wut was dagegensetzt.

Ich hatte Wut, Rachegefühle, die aus dem Nichts kamen, wenn ich zum Beispiel an der Firma vorbeigefahren bin und ich mir gedacht habe: Wenn ich dieser Person jetzt begegne, kann ich für nichts garantieren.

Wenn Rachegefühle aufkommen, geht es nicht darum, sich selbst zu verurteilen oder zu bewerten, sondern zu sagen: Okay, die sind jetzt da. Wie gehe ich damit um?

Wenn man selber in einer Führungsposition ist, wie ich es war, hat man auch einen Anteil an der Geschichte. Dann ist es wichtig, zu überlegen, was passiert ist, und sich nicht aus der Verantwortung zu nehmen.

Everhard Uphoff, Experte für Leadership & Change (Foto: privat)
Was, denkst Du, war Dein Anteil?

Ich war ein Rechtmacher, der versucht hat, es allen recht zu machen und nur mir selber nicht recht gemacht hat. Ich hätte viel früher mit der Faust auf den Tisch hauen und sagen sollen: So läuft das nicht mit mir! Ich war viel zu kompromissbereit. Als ich dann was gemacht habe, war das Thema eigentlich schon durch.

Ich bin jetzt selber Führungskräftetrainer und sage ihnen: Ihr müsst nach oben eskalieren. Ich weiß selbst, wie schwer das ist, wenn man für eine Sache brennt und versucht, immer abzuliefern, das Beste zu geben. Es dann eskalieren zu lassen – damit tun sich viele schwer. Zum Teil auch, weil sie sanktioniert werden oder keine Kultur der Konfliktfähigkeit im Unternehmen herrscht.

Viele Männer in unserer Altersgruppe sind langjährig bei ihrem Arbeitgeber tätig: zehn, 15, manchmal 20 Jahre. Dann gibt es in Deutschland einen relativ guten Kündigungsschutz, zum Beispiel, wenn man noch Kinder in der Ausbildung hat. Da kann man das Gefühl bekommen, dass einem eigentlich nichts passieren kann. Ist das eine trügerische Sicherheit?

Mit dieser Frage habe ich mich stark auseinandergesetzt. Die Firmenlandschaft in Deutschland sieht so aus: Mehr als 80 Prozent sind mittelständische und kleine Unternehmen. Der Rest, etwa 500, sind große, börsennotierte Unternehmen.

Bei kleinen Firmen bis zu einer bestimmten Größe kann der Chef machen, was er will. So war das auch bei mir. Meine damaligen Chefs wollten auf keinen Fall einen Betriebsrat haben.

Dann gibt es Unternehmen, die einen Betriebsrat haben, und die Frage ist hier, welches Standing er im Unternehmen hat. In manchen Unternehmen herrscht eine Hire-and-Fire-Führungskultur, wo es gut ist, wenn es einen Betriebsrat gibt, der die Mitarbeiter schützt.

Du hast ja dann nicht wieder einen Job im Marketing und Vertrieb eines Unternehmens angenommen und Dich stattdessen selbstständig gemacht. Warum?

Der Grund, warum ich damals aus dem Unternehmen ausgeschieden bin, hat mit meinen Werten zu tun, die für mich ganz wichtig sind. Und diese Werte sind Selbstbestimmung und Freiheit und Unabhängigkeit. Und die konnte ich in diesem Firmensystem gar nicht mehr leben.

Nach dem Rausschmiss habe ich in der Austestphase überlegt, was ich denn jetzt mache. Die eine Überlegung war, wieder zurück in ein Angestelltenverhältnis zu gehen, als Marketing-/Vertriebsleiter oder Geschäftsführer. Es gab Angebote, aber ich habe gemerkt, dass mein Feuer nicht mehr brennt. Eine andere Stimme in mir, die ganz leise war, sagte: Mach doch was Eigenes.

Ein, zwei Wochen, nachdem ich losgelassen hatte und akzeptiert hatte, dass es keine Wiedergutmachung gibt, hatte ich mit der Markenberatung einen Termin, in dem dann das Logo entwickelt wurde „Ich wurde gefeuert zum Glück.“

Du hast Dich dann auch entschlossen, dieses Buch zum Thema Jobverlust und Neustart zu schreiben. Zu dem Thema gibt es schon viele Bücher auf dem Markt. Warum glaubst du, hat dieses Buch noch gefehlt?

Gute Frage… Auf der einen Seite habe ich das Buch geschrieben, weil ich meine eigene Geschichte erzählen wollte und damit auch ein Stück weit verarbeitet habe. Ich habe nach meiner Kündigung angefangen zu recherchieren, was mit Kündigungen zusammenhängt und wen es trifft.

Mich hat es interessiert, die Geschichten anderer zu hören und wiederzugeben, nah dran zu sein und aus erster Hand zu erfahren, was bei den Leuten passiert ist. Mir war es wichtig, kein reines Sachbuch zu schreiben, sondern persönliche Geschichten zu erzählen.

In der Situation der Kündigung hat man das Gefühl, alleine gelassen zu sein. Das Buch macht einfach Mut, weil die Menschen sich darin wiedererkennen und sagen: Das habe ich genauso erlebt, das ist wie meine eigene Geschichte. Und man stellt auch Unterschiede fest, dass jeder die Situation ein Stück weit anders erlebt, verarbeitet und wieder auf die Beine kommt.

Wenn jetzt einem Mann die Kündigung droht oder er gerade seine Kündigung erhalten hat. Was rätst du diesem Mann?

Wenn er merkt, dass etwas im Busch ist, sollte er schauen, ob er eine Rechtsschutzversicherung hat und prüfen, wann diese greift. Wenn er noch keine hat, sollte er eine abschließen. Ich glaube, es braucht circa sechs Monate, bis sie genutzt werden kann. Es gibt auch Rechtsschutzversicherungen, die bei einem Aufhebungsvertrag nicht greifen. Das ist wichtig, im Vorfeld zu prüfen.

Dann sollte man einen Anwalt seines Vertrauens für alle Fälle haben. Es ist sogar gut, einen oder zwei im Handy abgespeichert zu haben. Nicht, dass es einem so passiert wie mir. Ich bin nach dem Kündigungsgespräch völlig verdattert nach Hause gefahren und wusste erstmal nicht, was ich tun soll.

Gut ist auch zu überlegen, ob ich ein Netzwerk habe und wer Menschen in meinem Umfeld sind, die mich unterstützen können. Viele Stellen werden ja auf dem verdeckten Stellenmarkt vergeben. Ich rate auch, jegliche Unterstützung, die man bekommen kann, in Anspruch zu nehmen. Manchmal braucht man psychologische Hilfe, Schuld und Scham sind für manche ein Thema.

Wichtig ist auch ein aktuelles Zwischenzeugnis. Darum zu fragen, wenn erstmal die Emotionen hochkochen, führt oftmals zu Missverständnissen. Man sollte zudem schauen, ob der Lebenslauf aktuell ist und ein aktuelles Foto hat. Und man sollte sich fragen, ob man sich eine Auszeit gönnen will oder nicht.

Du hast viele Tipps genannt. Einer war: Hol Dir Hilfe! Wie arbeitest Du mit Menschen, die nach einer Kündigung zu Dir kommen?

Bei mir greifen drei Aspekte ineinander. Ein großer Baustein ist die Führungskräfteentwicklung und die Selbstführung. Ein weiterer ist Change – Veränderung –  bei dem ich mit Unternehmen, Privatpersonen und Organisationen zusammenarbeite. Und der dritte Baustein ist das Feld Karriere.

Ich biete Buchgeplauder zu meinem Buch an, wo die Menschen auch andere Betroffene erleben und Fragen stellen können. Auf Karrieremessen halte ich Vorträge, zum Beispiel zum Thema „Quo vadis, Arbeitsmarkt.“ Und ich biete Online-Gruppenkurse an, in denen zehn Personen zusammenkommen, die alle im gleichen Boot sitzen, nur in einer anderen Phase des Prozesses. Dem einen wird gerade gekündigt, der andere ist schon ein halbes Jahr ohne Job. Der große Mehrwert ist, im Austausch mit anderen zu sein. Das hilft unheimlich über den Trennungsschmerz hinweg.

Ich biete auch 1:1-Coachings. Es gibt unterschiedliche Wege für unterschiedliche Menschen.

In deinem Buch, auch in deiner Beratung, geht es viel um Menschen, die von einer Kündigung betroffen sind. Du verstehst aber auch die andere Seite, nämlich die Unternehmen, die sich von Mitarbeitern trennen wollen oder müssen. Kannst du uns diese Sicht erläutern?

Ich arbeite manchmal in Projekten, in denen ich Führungskräfte darauf vorbereite, wie sie Trennungsgespräche durchführen können oder sollen. Ich verstehe die Seite der Betroffenen und erlebe gleichzeitig, dass die Führungskräfte oftmals Schwierigkeiten damit haben, weil sie verschiedene Hüte aufhaben. Der eine ist, sich mit dem Betroffenen zu solidarisieren, und wenn sie empathisch sind, fällt ihnen das schwer, der Unternehmer sein zu müssen.

Wir machen dann mit den Beteiligten Online-Rollenspiele. Man denkt vielleicht: online, was für ein Quatsch. Aber wie oft habe ich erlebt, wie wirkungsvoll das ist, wenn zehn Leute zusammenkommen und sich gegenseitig Rückmeldung geben, wie man im Kündigungsgespräch wirkt.

Manchmal muss man Kündigungen aussprechen, weil es unternehmerisch keinen anderen Weg gibt. Dann geht es darum, dies sauber, professionell, menschlich und fair zu machen. Es geht darum, dass die, die bleiben, gut weitergehen können, und die, die gehen, auch gut weitergehen können.

Es betrifft ja auch die, die bleiben. Und wenn das eine unschöne Trennung ist, dann ist das wie ein Exempel und man fragt sich: Wann bin ich dran oder bin ich der Nächste?

Genau, so ist es.

Ist denn die Trennungskultur von Unternehmen aus deiner Sicht grundsätzlich verbesserungswürdig? Anscheinend gibt es ja schon Unternehmen, die Trainings bei Dir buchen und, die sehen, dass sie eine gute Trennungskultur brauchen.

Da muss man ganz klar unterscheiden. Es gibt Firmen und Branchen mit unterschiedlichen Trennungskulturen. Es gibt immer noch Firmen, die die Hau-drauf-Methode anwenden und Firmen, vor allem große, die Richtlinien haben und das ordentlich machen wollen.

Was jetzt mit reinspielt, ist, dass sich die Märkte in Richtung Arbeitnehmermärkte drehen. Das heißt, dass sich viele Firmen fragen müssen, ob sie sich das eigentlich noch leisten können, so mit ihren Mitarbeitern umzugehen. Die Leute schauen auf Kununu und sprechen miteinander. Wenn ein Unternehmen schlecht mit seinen Mitarbeitern umgeht, dann gibt es halt bald keine Mitarbeiter mehr, weil sich viele sagen: Ich habe viele Optionen, ich gehe woanders hin.

Du schreibst aber auch in deinem Buch, dass berufliche Umbrüche in den nächsten Jahren zunehmen werden. Das heißt, man muss mit mehr Jobverlusten rechnen. Wie passt das zusammen? Wir haben den demografischen Wandel. Brauchen wir nicht jeden fähigen Mann, jede fähige Frau? Das setzt sich für mich nicht so richtig zusammen.

Man muss differenzieren. Es gibt tatsächlich Bereiche, wo Personal händeringend gesucht wird, wenn man sich die Pflege anschaut, das Handwerk oder die IT.

Die Frage ist, warum gibt es da einen Fachkräftemangel? Weil die Leute fehlen oder weil die Arbeitskonditionen einfach schlecht sind und keiner mehr in den Bereichen arbeiten möchte. Im IT-Bereich fehlen laut Vorhersagen in Deutschland bzw. in den DACH-Ländern in den nächsten Jahren eine Million Fachkräfte.

Auf der anderen Seite haben wir die Digitalisierung und KI (=künstliche Intelligenz), durch die vor allem in der Produktion Stellen wegfallen werden. Das Spannende ist: Wir sind Zeitzeugen und werden sehen, wie die großen Themen demografischer Wandel, Fachkräftemangel, Digitalisierung und Krieg ineinandergreifen.

Titelfoto von Steve Sharp auf Unsplash

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Everhard Uphoff, Karriere- und Krisencoach

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